Vigo di Fassa - Aus fernen Zeiten
Die Ortschaft Vigo di Fassa liegt im geografischen Mittelpunkt vom Fassatal in einer der sonnigsten Lagen in diesem Gebiet.
Die ersten Ansiedlungen gehen auf die vorgeschichtliche Ära zurück, befanden sich aber weiter oben, wo später auch die Kirche Santa Giuliana errichtet wurde.
Zur Zeit der Räten, einer italischen Völkergruppe, die die Alpen in den Jahrhunderten vor der Eroberung durch die Römer bewohnte, stand hier ein Castelliere, eine befestigten Ansiedlung, die der berühmteren Festung von Doss dei Pigui über Campitello entsprach, die aber vermutlich ehr religiösen und rituellen Zwecken als der Verteidigung diente. Die Funde, die hier bei Ausgrabungen gemacht wurden, zeigen, dass das Tal während der gesamten Eisenzeit bewohnt war.
Nachdem die Ortschaft von einem schrecklichen Erdrutsch vollständig zerstört worden war, wurde sie weiter unten wieder aufgebaut.
In der Tiroler Zeit (vom Spätmittelalter bis zum Ersten Weltkrieg) war Vigo di Fassa religiöser und politischer Mittelpunkt des Tals. Hier, in der Pfarrkirche San Giovanni, hatten die religiösen Würdenträger ihren Sitz, die weltliche Macht regierte in Torn de Vich und in der Gemeinde Generale di Fassa, Zentrum der Selbstverwaltung der lokalen Bevölkerung.
In Vigo di Fassa war außerdem eine Truppe Schützen stationiert‚ die für die Verteidigung des Tals zuständig waren.
Hier lebten auch die einzigen lokalen Adelsfamilien, die Massar und die Savoy.
Heute zählt Vigo wenig mehr als tausend Einwohner.
Seine Wirtschaft basiert hauptsächlich auf dem Tourismus. Vigo ist heute ein beliebter Skiort im Winter und stellt im Sommer eine ideale Ausgangsbasis für Wanderungen und Spaziergänge dar.
Nach wie vor wird aber auch Landwirtschaft betrieben und es gibt verschiedene traditionelle Handwerksbetriebe.
Sehr lebendig sind in Vigo sowie im ganzen Tal die Ladinischen Traditionen. In San Giovanni befindet sich das Institut für Ladinische Kultur "Majon di Fascegn" und das Mujeo Ladin de Fascia‚ ein Muss für alle‚ die sich für diese antike und bemerkenswerte ethnische und sprachliche Minderheit interessieren.